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Solarthermie ist in Deutschland (im Vergleich zu den Tropen) nur bedingt ein sinnvolle Lösung für den Heizwärme- und Warmwasserbedarf mit zeitnaher Amortisation der Investition

Wenn man über Solarthermie fürs Heizen und Warmwasser spricht, muss man vor allem eine Sache verstehen: In Deutschland haben wir ein Timing-Problem - wir brauchen die meiste Wärme im Winter, aber genau dann liefert die Sonne am wenigsten.

Die Sonneneinstrahlung schwankt übers Jahr stark. Selbst wenn die Jahressumme in Deutschland gar nicht so schlecht ist – 2024 lag die mittlere Globalstrahlung bei rund 1.113 kWh pro Quadratmeter – kommt der Großteil davon im Sommerhalbjahr. Typische Größenordnung: April bis September etwa 845 kWh/m², Oktober bis März nur etwa 237 kWh/m² – also grob ein 3-zu-1-Verhältnis Sommer zu Winter.

Wenn man trotzdem einen großen Heizanteil solar decken will, landet man schnell bei der nächsten Hürde: Speicher. Kurzfristige Speicher (Puffer) helfen für Tag-Nacht-Schwankungen. Aber die eigentliche Lücke ist Sommer zu Winter. Um Sommerwärme in den Winter zu schieben, bräuchte man sehr große saisonale Speicher und oft auch mehr Kollektorfläche und ggfs auch teurere Kollektoren. Die zusätzichen Investitionen sind genau der zentraler Grund, warum viele Heiz-Solarthermieanlagen im Einfamilienhaus wirtschaftlich (durch lange Amortisationszeiten) nur begrenzt attraktiv sind.

In tropischen Regionen ist die Logik anders. Dort ist die Sonneneinstrahlung übers Jahr häufig gleichmäßiger und es gibt meist weniger Raumheizbedarf – dafür aber ziemlich konstanten Bedarf an Warmwasser (Pool/Hotel/Waschprozesse u.ä.). Solarthermie kann dort also viel öfter „genau dann liefern, wenn man’s braucht“, ohne riesige saisonale Speicher.

Wichtig ist noch der faire Zusatz: Das heißt nicht, dass Solarthermie in Deutschland „immer Quatsch“ ist - es ist immer eine Einzelfallprüfung notwendig. Sie kann sehr sinnvoll sein für Warmwasser und in bestimmten Anwendungen – zum Beispiel eben in der Industrie für Prozesswärme mit konstantem und berechenbarem Wärmebedarf und das gilt sowohl für Deutschland als auch für tropischer Regionen.

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